Rumänien
Rumänien war eines meiner größten Highlights in Osteuropa. Das Gefühl, das uns dort empfing, bleibt unvergesslich. Im November, wenn die Nebel über den Bergen hängen, spürt man sofort: Hier ist alles ein wenig anders. Die raue Natur Transsilvaniens, schroffe Berge und dichte Wälder verleihen der Landschaft eine eigene, fast mystische Stimmung.
Die alten Dörfer erzählen Geschichten vom Leben, das nicht immer leicht ist, und doch strahlen die Menschen eine unerschütterliche Lebensfreude aus. Gleichzeitig lernten wir die Schattenseiten kennen: verlassene Orte, die ihre eigene, melancholische Schönheit haben und von Vergessenheit und Abriss geprägt sind.
Besonders eindrücklich war der Ort Geamăna. Einst ein lebendiges Dorf in der Region Siebenbürgen, wurde es in den 1970er Jahren durch die Goldminen von Roșia Poieni unter Schlamm und Giftmüll begraben. Häuser, Kirchen, sogar ein Friedhof, alles versank langsam in einem See aus Abraum. Heute ragen nur noch die Kirchturmspitzen aus dem leuchtend roten Schlamm. Geamăna steht als Mahnmal der industriellen Gier, aber auch als stumme Erinnerung an das Leben, das hier einmal pulsierte.
Rumänien ist ein Land voller Kontraste: Schönheit und Härte, Tradition und Verfall, Licht und Schatten. Gerade diese Mischung macht es zu einem Ort, der lange nachklingt, im Kopf und im Herzen.