UK 2025

Diese Reise war kein spontaner Einfall, sondern ein lange gereifter Plan. Schon 2022 waren wir zum ersten Mal in UK zum Fotografieren unterwegs, und ich hab mich auf der Stelle in dieses Land verknallt. Irgendwo tief in mir schlummerte schon immer eine seltsame Liebe für die dunkle, kühle Jahreszeit. Genau das, was viele deprimierend finden, macht mich in UK glücklich: Cozy Pubs, warme Lichter, alte Gemäuer, und überall Orte, die aussehen, als würde gleich Harry Potter um die Ecke biegen. 2022 waren wir im Herbst da, dieses Mal wollten wir noch einen draufsetzen: Spätherbst, Anfang November. Perfekt für grauen Himmel, Nebel, und dieses leicht morbide Licht, in dem alles besser aussieht. Also: In der ersten Novemberwoche ging es los. Das Auto wie immer bis obenhin vollgestopft mit sämtlichem Sack und Pack. Alles an Equipment, was man besitzen kann, inklusive der 40 % Zeug, das man dann doch den ganzen Tag nicht braucht, aber aus Prinzip mitschleppt.

Fotografisch war ich bestens vorgewärmt: Nur zwei Tage vor Tourbeginn kam ich von einer dreitägigen Quickie-Tour durch Belgien und Frankreich zurück. Ein paar richtig leckere Zeitkapseln hatten wir dort vor der Linse, inklusive ordentlicher Adrenalin-Dosis. Nachts irgendwo in einer französischen Stadt über Mauern und Zäune klettern, weil hinter der nächsten Mauer vielleicht ein Motiv wartet, das sich lohnt. Ein Berufsrisiko, das wir erstaunlich gern in Kauf nehmen. Verrückt? Ja. Bereuen wir’s? Niemals.

Das Fernziel dieser Mini-Tour: Mont-Saint-Michel. Kein Lost Place, aber ein Ort, der seit Jahren auf meiner inneren To-do-Liste ganz weit oben stand. Die Tour war kurz, ereignisreich und voll mit Momenten, die eigentlich einen eigenen Bericht verdient hätten, aber hier geht’s um UK. Ein paar Ausschnitte zeige ich hier trotzdem.

Pre-Frankreichtour

Fakten UK

gereiste KM                                                    5800

Anzahl der Tage                                             10

aufgenomme Fotos                                       9.900    

Von Mont-Saint-Michel auf die Insel

Nur 72 Stunden nach unserem Abend bei Mont-Saint-Michel saßen wir schon auf der Fähre von Calais nach Dover. Schlaf hatten wir in der Zeit ungefähr so viel gesammelt wie Bonusmeilen auf einem Inlandsflug, sprich: quasi nichts.

Dafür war die Motivation umso größer. In meinem Kopf kreiste schon seit Monaten eine Obsession: alte Gewächshäuser, Farnhäuser, Wintergärten. Orte mit Glas, Gusseisen, Patina und Geschichte. Es muss nicht mal verlassen sein aber es muss nach früher aussehen. Nach victorianischer Teestunde, nach botanischem Wahnsinn und leicht abblätternder Farbe.

Für die UK-Reise hatten wir vorher wie immer viel recherchiert und einen Tourplan gebastelt, der irgendwo zwischen „sportlich“ und „ihr seid doch nicht ganz dicht“ lag. Auf dem Papier sah alles großartig aus aber in der Praxis weiß man nie, was einen wirklich erwartet.

Erster Stopp: das Wrest Park Conservatory.
Ein historisches Gewächshaus wie aus einem Period-Drama, bei dem man sich ständig fragt, warum hier nicht dauernd jemand im Kostüm durchs Bild läuft.

Wrest Park wirkt wie ein Ort, an dem die Zeit langsamer vergeht. Schon beim Betreten der weitläufigen Anlage in Bedfordshire öffnet sich eine Landschaft voller Symmetrie, langer Sichtachsen und kunstvoll gestalteter Gärten. Der Park entstand im 17. Jahrhundert und wurde über viele Generationen hinweg von der Adelsfamilie de Grey geprägt, die sich von den großen Gartenanlagen Europas inspirieren ließ. Französische Strenge, italienische Eleganz und niederländische Formen verbinden sich hier zu einer für England ungewöhnlich prachtvollen Gartenwelt.

Ein besonderes Highlight ist das Conservatory, ein elegantes Gewächshaus aus dem 19. Jahrhundert. Mit seiner hellen Glasarchitektur bildet es einen faszinierenden Kontrast zu den strengen Gartenachsen und wirkt fast wie ein Palast aus Licht. Ursprünglich diente es der Präsentation exotischer Pflanzen und dem gesellschaftlichen Leben der Oberschicht. Noch heute zieht das Conservatory die Blicke auf sich und gilt als eines der schönsten Bauwerke der Anlage, ein Symbol für den damaligen Fortschrittsglauben und die Begeisterung für Botanik.

Der Start war schon mal vielversprechend. Aber das, was danach kam, war unser heimlicher Endgegner der Tour.

Wrestpark-Galerie

Flintham Hall-Das Schloss das keiner kennt

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